Forschung für unsere Zukunft

Die Energie von morgen heute verstehen.

Diese Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen. Mit der Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden.
Weiters gilt für sämtliche, über Formulare auf dieser Website übermittelten Daten unsere Datenschutzerklärung

#814147

ÖKOBILANZ BIOGAS Ökobilanz von Biogasanlagen – Erfolgsfaktoren zur nachhaltigen Nutzung der Biogastechnologie am Beispiel ausgewählter Biogasanlagen

Um die Umsetzung und Verbreitung der Biogastechnologien zu unterstützen, werden die Umweltauswirkungen der Biogasherstellung mit unterschiedlichen Gärstoffen in einer Lebenszyklusanalyse untersucht. Dabei werden die ökologischen Auswirkungen der gesamten Biogasprozessketten berücksichtigt: Produktion bzw. Sammlung der Rohstoffe, deren Vergärung in der Biogasanlage, die energetische Nutzung des Biogases sowie die stoffliche Nutzung der Gärreste. Weiters umfasst die Lebenszyklusanalyse die ökologischen Auswirkungen der Errichtung, des Betriebes sowie der Entsorgung der Komponenten einer Biogasanlage.

Neben dem ökologischen Vergleich von unterschiedlichen Biogasprozessketten untereinander erfolgt eine Gegenüberstellung der Biogastechnologie zu Referenzsystemen. Die Referenzsysteme beinhalten konventionelle und erneuerbare Energiesysteme (Strom, Wärme, Kälte, Treibstoff aus fossilen und erneuerbaren Energieträgern) und die Referenznutzung der Agrarflächen (z.B. landwirtschaftliche Futterproduktion) und der abfallwirtschaftlichen Substrate (z.B. Kläranlagen, Kompostierung).

Für die Erstellung der Ökobilanzen werden drei Grundvarianten von Biogasanlagen untersucht:

1. Biogasanlage mit ausschließlich landwirtschaftlichen Gärstoffen (z.B.: Gülle, Maissilage, Grassilage)

2. Biogasanlage mit Kovergärung (z.B.: Gülle mit abfallwirtschaftlichen Reststoffen als „Kosubstrate“ wie Fettabscheiderrückstände)

3. Biogasanlage mit rein abfallwirtschaftlichen Substraten (z.B.: Speisereste, Obst- und Gemüseabfall)

 

In der Ökobilanz werden folgende Umweltauswirkungen betrachtet:

• Kumulierter Endenergie- und Primärenergiebedarf

• Treibhauseffekt durch Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O) in CO2-Äquivalent

• Versauerung durch Schwefeldioxid (SO2), Stickstoffoxiden (NOx) in SO2-Äquivalent

• bodennahe Ozonbildung durch Kohlenmonoxid (CO), Nicht-Methan Kohlenwasserstoffen (NMVOC), Stickstoffoxiden (NOx), Methan (CH4) in C2H4-Äquivalent

• Partikel/Staub-Emissionen

• Flächenbedarf

• Auswirkungen auf den Boden in Stickstoffbilanz, Kohlenstoffbilanz und Schadstoffeintrag durch Gärrestverwertung

 

Für die Bilanzierung wird auf Daten aus dem praktischen Betrieb von Biogasanlagen zurückgegriffen.

Zur Erstellung der Ökobilanz wird das Modell GEMIS (Global Emission Model for Integrated Systems, www.oeko.de/services/gemis) verwendet, wobei basierend auf den bereits bestehenden österreichischen Datensätzen vom Umweltbundesamt und von Joanneum Research neue Datensätze für das Projekt erstellt werden.

 

Die Projektergebnisse werden aufzeigen, unter welchen Randbedingungen die ökologischen Vorteile von Biogasanlagen maximiert werden können bzw. wie allfällige ökologische Schwachstellen zukünftig vermieden werden können.

Steckbrief

Projektnummer
814147
Koordinator
JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH
Projektleitung
Gerfried Jungmeier, gerfried.jungmeier@joanneum.at
Förderprogramm
Energie der Zukunft
Dauer
06.2008 - 03.2010
Budget
175.000 €