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Modellierung des Investitionsbedarfs von SmartGrid-Lösungen für verschiedene Dezentralisierungsgrade des österr. Energiesystems bis 2050 und Empfehlungen für richtungsweisende regulatorische Rahmenbedingungen

Derzeit existieren weder in Österreich noch international (mit Ausnahme von Großbritannien) fundierte praktische Erfahrungen hinsichtlich der Kosten bzw. des Investitionsbedarfs in die derzeitige Netzinfrastruktur (inkl. notwendiger neuer innovativer Technologien und Technologiekomponenten) für eine großflächige zukünftige Implementierung von signifikanter dezentraler Erzeugung basierend auf „aktiven“ Verteilnetzen („SmartGrids“). Neben großen ökonomischen Unsicherheiten hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit von zukünftigen „SmartGrids“-Lösungen (im Vergleich zu „klassischen“ Re-Investitionen in elektrische Netze in einem zentral aufgebauten Energiesystem, das vor allem auch die „Economies of Scale“ der Erzeugung in Großkraftwerken nutzt) laufen auch die Eckpfeiler der derzeitigen in der Praxis implementierten Netzregulierungsmodelle und Marktregeln notwendigen Rahmenbedingungen möglicher großflächiger „SmartGrids“-Lösungen zuwider. Die zentralen Ziele dieses Projektantrags „SmartGrid-Investor“ werden vor diesem Hintergrund folgendermaßen definiert: • Entwicklung eines einfachen ökonomischen Simulationstools zur quantitativen Abschätzung des zukünftigen Investitionsbedarfs in die elektrischen Netze (Re-Investition in existierende zentrale Netzinfrastruktur versus dezentrale „SmartGrids“-Konzepte) für verschiedene Grade der Marktdurchdringung von dezentraler Erzeugung in Österreich basierend auf „SmartGrids“-Konzepten und Analyse der jeweiligen Wirtschaftlichkeit („zentral“ versus „dezentral“) unter einer Vielzahl verschiedener, dynamisch sich änderbarer Randbebedingungen bis zum Jahr 2050, wobei auch Entwicklungen der transeuropäischen Energiesysteme, -korridore und –netze mitberücksichtigt werden. • Entwicklung einer qualitativen Beurteilungssystematik hinsichtlich der Marktchancen von innovativen Technologien zur Realisierung von großflächiger DG/RES-Erzeugung basierend auf „Smart Grids“-Konzepten in den nächsten Jahrzehnten in Österreich. • Ableitung von Vorschlägen zur Änderung der derzeit implementierten regulatorischen und legistischen Rahmenbedingungen (d.h. kurz- und mittelfristige Maßnahmen) zur Berücksichtigung des notwendigen Investitionsbedarfs bei „SmartGrids“-Lösungen (d.h. direkter Eingriff in die derzeitige Netzregulierungsformel bzw. Anpassung der derzeitigen Marktregeln, um geänderte Geschäftsbeziehungen zwischen Marktakteuren zu regeln). • Ableitung von konkreten praktischen Handlungsempfehlungen für die jeweiligen - zum Teil auch zukünftig neuen - Marktakteure und vor allem auch die energiepolitischen Entscheidungsträger, um die zukünftige praktische Implementierung von „SmartGrids“-Konzepten bestmöglich zu unterstützen („Roadmap SmartGridsAustria2050“). Inhaltlich ist das Projekt „SmartGrid-Investor“ folgendermaßen aufgebaut (die Ergebnisse pro Arbeitsschritt liegen in Form eines umfassenden Berichts vor): • Quantifizierung möglicher Szenarien der zukünftigen Entwicklung der transeuropäischen Energiesysteme/-korridore/-netze, die exogen auf das österreichische Energiesystem einwirken und somit die Freiheitsgrade der Gestaltung des zukünftigen österreichischen Energiesystems einschränken. • Parallel dazu erfolgt eine Systematisierung der Anforderungen an derzeitige passive Verteilnetze bzw. dezentrale Erzeugungstechnologien, um in zukünftigen Konzepten „aktiver“ Verteilnetze („SmartGrids“) optimal zusammenzuwirken. Darauf aufbauend werden umfassende Analysen existierender praktischer Fallbeispiele zur Ermittlung der spezifischen Kosten bzw. des Investitionsbedarfs der einzelnen Komponenten eines dezentralen Energiesystems durchgeführt, dessen empirische Ergebnisse als Input für das Simulationstool benötigt werden. • Die Entwicklung des öffentlich zugänglichen (kostenfreien) Simulationstools „SmartGrid-Investor“ stellt den zentralen Arbeitsschwerpunkt dar. Die empirischen Daten der vorangegangenen Arbeitsschritte (d.h. Empirie der transnationalen Szenarien und spezifische Kosten bzw. Investitionsbedarf der einzelnen Komponenten eines dezentralen Energiesystems) werden in dieses Simulationstool implementiert. • Basierend auf umfassenden Wirtschaftlichkeitsanalysen für verschiedene Grade der Marktdurchdringung von dezentraler Erzeugung in Österreich basierend auf „Smart Grids“-Konzepten mit Hilfe des Simulationstools „SmartGrid-Investor“ werden schließlich Empfehlungen für richtungsweisende zukünftige regulatorische Rahmenbedingungen gegeben und die Marktchancen innovativer Technologien im Zusammenhang mit der Realisierung von „SmartGrids“-Konzepten in einer qualitativen Beurteilungssystematik abgeschätzt. • Entwicklung konkreter Handlungsempfehlungen („Roadmap SmartGridsAustria2050“). Umfassende Verbreitungs- und Verwertungsaktivitäten der Projektergebnisse (über die Projektlaufzeit hinaus) runden die Arbeiten im Rahmen des Projekts „SmartGrid-Investor“ ab.

Steckbrief

Projektnummer
817636
Koordinator
Technische Universität Wien Institut für Energiesysteme und Elektrische Antriebe
Projektleitung
Reinhard Haas, haas@eeg.tuwien.ac.at
Förderprogramm
Neue Energien 2020
Dauer
09.2008 - 08.2010
Budget
384.663 €