Forschung für unsere Zukunft

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Ordnungspolitik und energieeffiziente Raumstrukturen: Evaluierung von Instrumenten und Least-Cost Ansätzen

Die Energiedienstleistungsnachfrage im Mobilitätsbereich wird bisher in Zukunftsszenarien für Öster-reich vor allem als abhängig von variablen Kosten (insbesondere Treibstoffpreisen) analysiert. Die zu einem zukünftigen Zeitpunkt gegebene Infrastruktur (verkehrliche Infrastruktur im Zusammenspiel mit der räumlichen Positionierung von Betriebsstätten, Wohn- und Freizeitanlagen) bestimmt jedoch langfristig in mindestens so großem Ausmaß die Energiedienstleistungsnachfrage für Mobilität mit. Im vorliegenden Projekt werden die unterschiedlichen politischen direkten und indirekten Instrumente und -kombinationen, die über die Raumordnung wirken, bewertet. Es erfolgt zunächst eine Zusammenstellung und erste Wertung bestehender ordnungspolitischer und fiskalpolitischer Instrumente sowie alternativer und neuer Instrumente. Da die für Österreich verfügbare Methode der Verkehrsprognose (state-of-the-art: Verkehrsprognose 2025+, in Drucklegung) in zwei Dimensionen nicht gut genug für die umfassende Abbildung der Rückwirkungen raumordnungspolitischer Instrumente – und damit für deren Analyse ist – wird im vorliegenden Projekt eine methodische Weiterentwicklung vorgenommen. Die traditionelle 4-Stufen Analyse der Verkehrsprognose basiert auf bilateralen Interaktionen, wodurch die Änderung der Verkehrsströme gegenüber der Ausgangsverteilung wesentlich erst durch exogene Parametersetzung mitbestimmt wird. Auch wird die simultane Interaktionsmöglichkeit zwischen einer Vielzahl von re-alen Akteuren durch die bisher verwendeten Gravitätsansätze übergangen. In Vorarbeiten hat das einreichende Projektteam die Anwendbarkeit nunmehr verfügbarer Methoden insbesondere aus der ökonomischen Geographie gezeigt und wird diese im vorliegenden Projekt für die Weiterentwicklung eines quantitativen Verkehrsmodells nutzbar machen. Mittels der – in seiner reduzierten Form – In-tegration eines allgemeinen Gleichgewichtsansatzes mit Rückwirkungen gemäß den durch die öko-nomische Geographie bestimmten Beziehungen in das bestehende ökonomisch-verkehrliche Modell wird für eine österreichische Beispielregion ein regionales Prognosemodell entwickelt, das für die Analyse des Wirkungspotenzials raumordnungspolitischer Gestaltungsmöglichkeiten geeignet ist. Aus der ersten Wertung der ordnungs- und fiskalpolitischen Instrumente werden zwei Maßnahmen-szenarien gemeinsam mit Stakeholdern abgeleitet und im zuvor beschriebenen Modell quantitativ bewertet. Nach Identifikation gesellschaftlich relevanter Ziele, deren Erreichbarkeit über die Raumordnung und ihrer Energieeffizienz mitgestaltet wird, werden die direkten, ausgabenwirksamen Instrumente der öffentlichen Hand sowie eine Reform der energiepolitisch kontraproduktiven bestehenden Unterstützungsmaßnahmen mittels des Modells quantitativ sowie qualitativ bewertet. Auf dieser Basis erfolgt eine Empfehlung zentraler Elemente eines Least-Cost-Ansatzes. Da die österreichische Raumordnungs-Community stark von einem relativ starren kompetenz-rechtlich „fixen“ Verwaltungsrecht geprägt ist, werden die Ergebnisse in praxisgerechter Brauch-barkeit breit kommuniziert und distribuiert.

Steckbrief

Projektnummer
815697
Koordinator
Traffix Verkehrsplanung GmbH
Projektleitung
Andreas Käfer, terminal@traffix.co.at
Förderprogramm
Energie der Zukunft
Dauer
05.2008 - 10.2010
Budget
250.240 €