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BioPot Bioenergie aus Speisefetten- Potential gemischt erfasster Fettabfälle als Ressource für Biodiesel

Dass Altspeisefette im Abwasser Probleme verursachen und getrennt erfasste Altspeisefette eine gute Ressource für Bioenergie sind, ist bereits lange bekannt. Fettabscheider sind in österrreichischen Gastronomiebetrieben Vorschrift und es gibt verschiedene Sammelsysteme für Altfette, wie z.B. das in Tirol verbreitete haushaltsnahe Öli. Die Realität sieht jedoch immer noch so aus, dass große Mengen Altspeisefette durch unsachgemäße Entsorgung in die Kanalisation gelangen. Dadurch verbrauchen sie Energie (Kanalwartung, Kläranlagenbelüftung), anstatt dass die ihnen enthaltene Energie genutzt werden kann. Für die Herstellung von Biodiesel braucht es Fette mit einem geringen Anteil freier Fettsäuren. Aus getrennt erfassten Speisefetten (z.B. Öli) kann Biodiesel hergestellt werden. In diesem Projekt soll untersucht werden, ob sich auch Abfällen kombinierter Erfassungssysteme (Küchenzerkleinerer und Fettabscheider in einem Tank) eine Fraktion mit ausreichend guter Qualität für die Biodieselherstellung gewinnen lässt. Da sich Fette bei entsprechenden Bedingungen in freie Fettsäuren aufspalten, soll der Einfluß der Lagerung auf die Fettqualität von Fetten aus reinen Fettabscheiderabfällen und aus den Abfällen kombinierter Erfassungssysteme untersucht werden. Diese Fragestellung ist vor allem bei den zu untersuchenden, stark verschmutzten Abfällen (u.a. hoher Wassergehalt, Mikroorganismen) von großer Bedeutung. Vielfach ist bei neu entwickelten Technologien zur Erzeugung erneuerbarer Energien der Gesamtprozess so ressourcen- und energieaufwändig, dass sie ökologisch nicht sinnvoll sind. Daher ist ein wichtiger Teil dieses Projekts eine ökologische und wirtschaftliche Betrachtung. Ob die Erzeugung von Biodiesel aus den zu untersuchenden Abfällen im Vergleich zur bereits etablierten Erzeugung von Biogas durch ihre Co-Fermentation sinnvoll ist, hängt stark von der Quantität und Qualität der daraus abtrennbaren Fette und des für die Aufreinigung nötigen Aufwands ab. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Attraktivität für den Anwender (Wirtschaftlichkeit und Handhabbarkeit), ohne welche eine Verbreitung der Technologie nicht erfolgen wird. In dem Projekt soll geklärt werden, ob, mit welchen Verfahren und unter welchen Umständen eine Erzeugung von Biodiesel aus den Abfallgemischen kombinierter Erfassungssysteme für Fettabscheiderabfälle und Küchenabfallzerkleinerer bzw. aus Fettabscheiderabfällen sinnvoll ist. Vor allem mit attraktiven kombinierten Erfassungssystemen für kleinere Gastronomiebetriebe könnte der durch in den Abwasserkanal entsorgte Fette entstehende Energieverbrauch reduziert und die Gewinnung erneuerbarer Energie gesteigert werden.

 

Steckbrief

Projektnummer
853580
Koordinator
Universität Innsbruck Institut für Infrastruktur
Projektleitung
Carolina Kinzel, carolina.kinzel@uibk.ac.at
Schlagwörter
Erneuerbare Energie Biodiesel
Förderprogramm
Energieforschung (e!MISSION)
Dauer
09.2016 - 02.2018
Budget
188.906 €