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Weintresterverwertung - Energetische Verwertung von Weintrester

Für Rückstände, die bei der Weinherstellung anfallen, existieren zwar Verwertungsmöglichkeiten, jedoch sind diese aus wirtschaftlichen Überlegungen sowie aus Gründen des Klimaschutzes nicht zufriedenstellend. In Österreich werden die so genannten Weintrester (ca. 121.000 t/a) zumeist kompostiert und anschließend wieder in den Weingärten ausgebracht, wobei unter lokal herrschenden anaeroben Bedingungen klimarelevantes Methan entstehen kann. Die anfallenden Trestermengen müssen entweder noch während der Lesekampagne im Weinberg ausgebracht und in den Boden eingearbeitet werden, oder in Weinbergsnähe abgelagert und gründlich kompostiert werden. Speziell für größere Weinbaubetriebe bzw. für Genossenschaften ist die traditionell landbauliche Verwertung arbeitsaufwendig und kostenintensiv.

Im Zuge eines übergeordneten Eureka Projektes „utilization of marc for energy generation“ sollen daher zusammen mit Partnern aus Österreich, Kroatien und Deutschland Alternativen zu den bisher üblichen Verwertungskonzepten untersucht und bewertet werden.

Im Folgenden wird das Eurekaprojekt kurz inhaltlich und kostenmäßig dargestellt:
Im kroatischen Projektteil werden bereits die Pelletierung der Weintrester und die Erzeugung von Biogas näher untersucht. Die laufenden und geplanten Aktivitäten können folgender Tabelle entnommen werden (Tab. aus Eureka-Antrag).
Die Finanzierung des kroatischen Projektteiles erfolgt zur Hälfte durch das kroatische Ministerium für Wissenschaft, Bildung und Sport, welches das Projekt mit 117.000 € unterstützt. Die restlichen Projektkosten werden durch die kroatische Universität finanziert. Eine Kostenübersicht der vom Ministerium beantragten Förderung findet sich in der folgenden Tabelle (Tab. aus Eureka-Antrag):
Den zweiten Teil des Eureka-Projektes bildet das beantragte Projekt mit Partnern aus Österreich und Deutschland. Konkret soll in diesem Projektteil die mechanische Entwässerung, inklusive nachfolgender Verbrennung untersucht werden. Ziel ist die Übertragung eines bereits erfolgreich angewendeten Verfahrens, welches für Biertreber entwickelt wurde.

Projektverlauf

Zu Beginn werden repräsentative Tresterproben ausgewählt und spezifiziert. Neben der Bestimmung von verbrennungstechnisch relevanten Eigenschaften (z.B.: Zündtemperatur, Aschegehalt, Wassergehalt, Heizwert) werden zur Beurteilung des Lagerungsverhaltens Scherzellenversuche und Untersuchungen zur Haltbarkeit durchgeführt. Im Rahmen von Pressversuchen wird die mechanische Entwässerbarkeit der Weintrester mit unterschiedlichen Pressapparaten bestimmt. Anschließend werden Verbrennungsversuche mit unterschiedlich aufbereiteten Traubentrester (mechanisch entwässert/pelletiert) im Labormaßstab sowie im großtechnischen Maßstab durchgeführt. Anhand der praxisnah bestimmten Daten werden Stoff- und Energiebilanzen erstellt, die letztendlich als Grundlage für die Verfahrensentwicklung und -bewertung  herangezogen werden sollen. 

Ergebnisse

Nach dem Projekt liegen die notwendigen Informationen für die Bewertung von neuartigen Verfahrenskonzepten zur energetischen Verwertung von Weintrester vor. Das beinhaltet die Kenntnis von technischen Grundlagen (Haltbarkeit, Entwässerbarkeit, Lagerungs- und Verbrennungseigenschaften der Trester), sowie von wirtschaftlichen Grundlagen (Anlagenkosten, Nebenprodukte, nutzbare Energie). Für einen österreichischen Weinerzeuger soll unter Berücksichtigung der Projektergebnisse und der regionalen Rahmenbedingungen ein geeignetes Verwertungskonzept vorgeschlagen werden. Dadurch soll die Praxistauglichkeit überprüft werden. Bei Erfolg könnten allein in Österreich jährlich rund 335 Mio. kg CO2 eingespart werden. Die Ersparnis ergibt sich aus der Einsparung von fossilien Energieträgern und der Vermeidung von Methanemissionen, die bei anaerober Ablagerung der Trester entstehen.

Steckbrief

Projektnummer
818889
Koordinator
Montanuniversität Leoben Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes
Förderprogramm
Neue Energien 2020
Dauer
09.2008 - 06.2010
Budget
114.864 €